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St. Petri


St. Petri

Die Petrikirche ist die kleinste und älteste der Stendaler Pfarrkirchen. Neben Gertraudenhospital, Uenglinger Tor und Winckelmannmuseum gehört sie zu den wichtigsten Baudenkmalen im Nordwesten der Altstadt. Von Bedeutung ist sie auch deshalb, weil Ste als großer Sohn Johann Joachim Winckelmann am 12. Dezember 1717 in ihr getauft wurde. Gegenüber ihren größeren Schwestern (St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi) wirkt sie in vieler Hinsicht bescheiden. Sie war die Kirche der "kleinen Leute". Noch Ende des 19. Jahrhunderts hieß es von den Stendaler Gemeinden im Volksmund: "Im Dom die Reichen - Marien desgleichen - Jakobi die Arm`n - Petri, daß sich Gott erbarm`". Die Petrikirchstraße, früher "Hinter St. Peter" genannt, hat bis heute ihren dörflichen Charakter nicht ganz verloren.

* Aus dem Grün der die Kirche umgebenden Bäume ragt schlank und anmutig ihr spitzer Turm mit den vier Zwergtürmchen empor und fügt sich würdig in das Ensemble der anderen fünf das Stadtbild prägenden Kirchtürme ein. Bei einem Rundgang fallen dem interessierten Betrachter mancherlei Besonderheiten auf: Der Turm steht nicht neben der Kirche, sondern ist ins Kirchenschiff eingebaut. Das Baumaterial der Umfassungsmauern ist keineswegs überall der sonst übliche Backstein, sondern daneben auch der ältere Granitstein. Schließlich fällt an der Südseite des Chores die schöne rundbogige Tür auf die nicht so recht zu den gotischen Fenstern passen will.

* All diese Beobachtungen sind Hinweise auf Alter und Baugeschichte der Kirche. Ihre erste urkundliche Erwähnung finden wir im Jahre 1285. In einer Schenkungsurkunde steht die Ortsbezeichnung "in parochia sancti petri". Doch der älteste Zeuge für das Vorhandensein der Petrikirche ist aus Metall. Es ist ein Abendmahlskelch, der älteste in Stendal, mit der Stifterinschrift des Ratsherrn Johannes Gerdangi Filius, der nachweislich zwischen 1251 und 1272 in Stendal gewirkt hat. Schließlich hat sich bei vergleichenden Untersuchungen vieler nord- und mitteldeutscher Städte herausgestellt, daß Petrikirchen in der Regel einer sehr alten Schicht von Patrozinien angehören. Man findet Petrikirchen mehrfach als Kirchen dörflicher Siedlungen aus der Zeit vor der Stadtgründung.

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