Fürbitte?
Seit es christliche Gemeinden gibt, wird in ihnen Fürbitte gehalten. In urchristlicher Zeit wurde für die Apostel und ihren Dienst (2. Thessalonicher 3,1), für Märtyrer und Gemeindeleiter (Apostelgeschichte 2,5) sowie für die Obrigkeit gebetet (1. Timotheus 2,1-2). Bis heute orientiert sich die Fürbitte haltende Gemeinde an dem Glauben und der Verkündigung Jesu: Noch am Kreuz hielt Jesus Fürbitte, und zwar für seine Feinde (Lukas 23,34). Genauso legt er es in der Bergpredigt allen Gläubigen nahe: "...bittet für die, die euch verfolgen..." (Matthäus 5,44). Außerdem kann man das Beten für andere, zum Beispiel für Kranke und Notleidende, als Annäherung an das Gebot der Nächstenliebe verstehen (3. Mose 19,18 und Markus 12,28-34).
In der Fürbitte einer Gemeinde zeigt sich, dass ihr das Heil aller Menschen und der ganzen Welt am Herzen liegt. Fürbitten werden im Gottesdienst vom Pfarrer oder mehreren Personen vorgebetet. In manchen Gemeinden ist das Fürbittengebet durch kurze Gemeindegesänge untergliedert. Fürbitten sollen einerseits aktuelle Bezüge haben. Andererseits sollen sie so offen formuliert sein, dass sich möglichst alle Gottesdienstteilnehmer innerlich an dem Gebet beteiligen können.
|