Karfreitag und Co.
Warum heißen die Ostertage wie sie heißen?Nicht Weihnachten und nicht Pfingsten, sondern Ostern ist das älteste christliche Fest im Jahr. Obwohl sein Datum von Jahr zu Jahr wechselt, ist der Zeitpunkt dennoch exakt festgelegt: Ostern wird immer am ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond gefeiert.
Ihm voraus geht eine vierzigtägige Fastenzeit mit sechs Passionssonntagen, beginnend mit dem Aschermittwoch. Die letzte Passionswoche, die Karwoche, beginnt mit dem Palmsonntag. Die Vorsilbe Kar- leitet sich her von dem altdeutschen Wort Kara = Trauer. Am Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung Jesu, trauern Christen um ihren Herrn und am Karsamstag, dem stillen Sonnabend, gedenken sie seiner Kreuzabnahme und Grablegung. Am folgenden Osterfest feiern die Christen, was sie in jedem Gottesdienst im Glaubensbekenntnis sprechen: „...am dritten Tage auferstanden von den Toten“.
Inhaltlich berührt sich das christliche Osterfest mit dem jüdischen Passafest: Das Volk Israel war einst beim Auszug aus Ägypten durch das Eingreifen Gottes auf wunderbare Weise aus tödlicher Bedrohung errettet worden und hatte neu Leben und Zukunft gewonnen. So eröffnet sich uns Christen im Leiden, Sterben und Auferstehen Jesu Christi ein Weg aus Unfreiheit, Bedrohung und Tod hin zu Freiheit, Freude und Leben. Das wird in der sich anschließenden sechswöchigen Osterzeit gefeiert.
Die Herkunft der Bezeichnung „Ostern“ ist umstritten. Man vermutet einen Übersetzungsfehler des lateinischen Namens der Osterwoche, die „weiße Woche“ genannt wird. Das „weiß“ habe man fälschlicherweise mit „Morgenröte“ (lat. alba) in Verbindung gebracht, die auf alt-hochdeutsch eostarun heißt (vgl. K.-H. Bieritz : Das Kirchenjahr). Doch auch der Übersetzungsfehler macht Sinn, denn er weist auf die aufgehende Sonne am Ostermorgen hin.
Dr. Reinhard Creutzburg, Pfr. i. R.
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